Donnerstag, 5. November 2015

Der Gutmensch



©Axel Rheineck


Mit verdientem Freudespenden
sollten Tagewerke enden;
ich kann dann die Dividenden
an die besten Freunde senden,
dass auch ihr Gemüt nicht friert,
von mir Gutmensch profitiert.

Danach sollt‘ ich etwas essen,
dann manch hohes Lob vergessen,
dass die Brust nicht gar so schwillt
und das Selbstkritikchen killt,
welches derart ausgeprägt,
dass es kaum noch Lob verträgt.

Nach dem Essen sinnen, lachen,
keinesfalls sich Sorgen machen,
Spaß verspür’n am eignen Wesen,
ein paar feine Zeilen lesen;
Klappe zu, und „Gute Nacht“!
Augen schließen. Morpheus wacht.

Montag, 26. Oktober 2015

Ins Tor



©Axel Rheineck


Lass, was sein muss, in Dir wachsen
und zum größten Wollen werden,
dass auf solch stabilen Achsen
deine Räder roll‘n auf Erden.

Und dein Herz, dein Wegbereiter,
hat das Schlagen nie verlernt.
Sei das Hoffen sein Begleiter,
ist ein Ziel auch weit entfernt.

Leben kommt und wird vergehen,
doch es gibt den Augenblick,
der bleibt in dem Treiben stehen,
ohne Vorwärts und Zurück:

Unabhängig, ohne Leben,
ist nicht lahm und ist nicht eilig,
kann nicht lassen, kann nur geben;
wenn er gut war, mach ihn heilig.

Liebe, Achtung und Vergeben,
Hilfsbereitschaft und Humor
mögen dir die Netze weben,
die dich tragen bis ins Tor.