Sonntag, 10. September 2017

Grillparty


©Axel Rheineck



Ach wie herrlich ist doch diese
Nachbarschaft zum Paradiese.

Hier in blumigem Gelände
rühren sich gar fleiß‘ge Hände,
damit Magen, Herz und Nieren
ein gesundes Wohlsein spüren.

Denn in dem gepflegten Garten
darf man nun auf Grillgut warten,
und mit Flaschenkorkenknallen
findet Flüssiges Gefallen,
während auf dem Grillgerät
Bratwurst, Steak und Fleischspieß brät.

Heiter lehnt man sich zurück.
Wie ein Zubehör zum Glück
weiß man –mit und ohne Wein-
Freude ist, hier Gast zu sein.

Samstag, 9. September 2017

Eine Skate-Park Eröffnung



©Axel Rheineck



Scooter, Skater, BMX,
davon kenn‘ ich bislang nix,
denn ich zähle leider schon
zur Erzeugerfraktion;
bin also ein alter Knacker,
wie es heißt ein Abgefuckter,
welcher nichts hat als den Willen,
hier im Skate Park etwas chillen.
Atzes, Homies, wer’s auch sei
Tintlinge und tattoofrei,
hier gilt’s neben Trinken, Snacken,
Sport- und Kampfgeist zu erwecken.

Und weil ich um Würde buhl,
sag‘ ich tight und megacool,
Flat Rail, Pyra, Quarter/Pad,
hammer, wenn es jeder hätt’,
Pommespanzer gäb’s dann nicht,
nur im Kopfe viel Gewicht -
wie Gemeinderat, Verwaltung
mit der stylisch toppen Haltung
haben sie für Jugend offen
voll ins Schwarze rein getroffen. -



 

Sauberer Bodensee - Visions-Satire



©Axel Rheineck


Hygienisch ist der Bodensee,
Lebendiges ist hin,
kein Raubfisch beißt dir in den Zeh,
kein Angler tut den Felchen weh,
denn Angeln macht kein‘ Sinn.

Du siehst durchs Wasser, klar wie Glas,
auf fünfzehn, zwanzig Meter, -
herrjeh, denkst du, was ist denn das,
ein Exemplar mit Übermaß:
ein Hecht! – Da unten steht er!

Du rennst zum Fischer: „Sensation!
Ein Hecht, mein lieber Schwan!“
Doch höhnisch ist des Fischers Ton:
„Ihr Hecht, der steht da immer schon, -
das Rohr, das Sie da sah‘n.“

Aus Stahl oder aus Pappe, -
man hat dich reingelegt
mit dieser Hechtatrappe.
Jetzt hältst du deine Klappe
und denkst, was dich bewegt:

Geklärt ist unser See gesund
für schwimmende Touristen.
Und den genussverwöhnten Mund
kann man mit Felchenimport und
mit Weißwein überlisten.



 


Altersweisheit

©Axel Rheineck



Ich entdecke etwas Weißes,
ja, ganz klar, die Weisheitssträhne!
Doch von andrer Seite heißt es,
der hat eine graue Mähne.

Weiß, das ist doch jedem klar,
hat mit Weisheit was zu tun,
und so kann ich – ach, wie wahr -
weise in mir selber ruh‘n.

Leuchtend und den Kopf voll Wissen
schreite ich gemach einher,
so, als ob man hingerissen
schon von der Erscheinung wär.

Oh, jetzt setzt sich jemand zu mir,
„na, wie geht’s dir, alter Knabe?“
Peinlich, dass ich jetzt umher stier,
weil ich ganz vergessen habe,

ob ich diesen Menschen kenne,
wie der heißt und wer das ist.
Mir fehlt einfach die Antenne,
die empfängt, was man vergisst.

Themenvielfalt diskutiert der,
hab für ihn nichts als Applaus,
und ich klopf, weil man sich sehr
weitestgehend einig wär,
seine Schulter familiär:
„Kenn‘ Dich doch, Du altes Haus!“