Donnerstag, 5. November 2015

Freundlicher November



©Axel Rheineck

November rät zum Glühweinhock
mit Ohrenklapp’ und dicker Sock’.
Auch muss Nasskalt kein Nachteil sein,
lädt man dich gar zum Tafeln ein,
verwandelt trübe Jahreszeit
mit Kerzen in Gemütlichkeit.
Wenn sich zum Kochen und zum Garen
ein, zwei, drei Spezialisten scharen,
dann werden wahrlich Kreationen
lukullisches Verkosten lohnen.
Du naschst, was Löffel/Gabel hält,
von Hochgenüssen dieser Welt.
Um nichts muss man sich da bemüh‘n,
muss nur in Lobeshymnen glüh‘n.

Zufrieden lehnst du dich zurück
verspeist ein letztes Bratenstück,
danach - auch ohne Gegenwehr -
berauscht dich köstliches Dessert. -
Zum Schluss gibt’s noch als Korrektiv
den mild gebrannten Digestiv,
der fördert rege Unterhaltung,
bringt Phantasien zur Entfaltung.-
Man lässt das Jahr vorüber zieh‘n,
macht aus den Fehlern Parodien;
so wird die Welt zurechtgerückt,
damit, was schief ging, scheint geglückt.

Ach, kann November freundlich sein, -
mit Freunden, Wein und Kerzenschein

November-Meditation




©Axel Rheineck
 


Muss eigentlich November sein?
So fragt man und man denkt sich, nein!
Mit Erdöl, Gas wird nicht gegeizt,
Kamine, Öfen eingeheizt
es wird, was noch am Körper nackt –
auch Außenrohre – gut verpackt.
Verschlossen wird das Decolleté,
statt kühlem Sekt gibt’s Jagertee. -
Eisplatten überziehen Pfützen,
gekühltes Hirn verhüllen Mützen.
Pelz oder Wolle wärmt den Schuh,
Angora-Mieder wird Dessous.
Die ganze Welt ist bunt geschmückt,
damit der Menschen Herz verzückt
vor lauter Wünschen überquillt,
die man mit Zahlungsmitteln stillt.
Doch mancher Kluge kultiviert
sein Seelenheil. Und meditiert.