Freitag, 3. Juni 2016

Wortmeldung des Herrn April



 ©Axel Rheineck

Ihr prophezeit die Wetterlage, -
ich mache trotzdem, was ich will,
halt euch zum Narren zwei, drei Tage
und rufe dann, April, April!
Blitz, Sonne, Regen, Graupelschauer,
zu Bruch geht mancher schöne Schirm;

ich lieg‘ mit Donner auf der Lauer,
mit Hagelbällchen auf die Stirn.
Doch während ich mit Temperament
vergnügt im Wetterkessel rühr,
versteck‘ ich euer warmes Hemd
und schlage zu die Wintertür.

Frühlingsmahlzeit



©Axel Rheineck
 
Heißa! – ruft der Schmetterling,
hier frühlingt‘s nur für mich!
Recht anmaßend, das arme Ding,
Adonis aber Anlernling
und wie es manchem Stift erging,
die Tragik ihn umschlich.

Säbelrasseln flirrend schrill
steht lautlos in der Luft.
Der Spannungsreiz ist totenstill
Fassettenaugen, strammer Drill,
sie starren wild, ich will, ich kill
im Frühlingsblütenduft.

Und, - zack!, - mit fünfzig ka-em-ha
und dem gekonnten Biss,
trudeln zwei Flügel, tralala,
die froh man schmetterlingen sah,
wie das fortuna ultima
ins stete Ungewiss.

Ein jeder Hilferuf verhallt.
Das schöne Räubertier
macht hübsches Leben einfach kalt
mit Blitzesschnelle, Kraft, Gewalt.
Der Speiseplan ist Sinngehalt
einer Libelle hier.


Endlich Frühling

©Axel Rheineck 

Der Frühling kam daher gerannt,
ich hätt‘ ihn beinah nicht erkannt.
Er hatte was Feuchtes, Kühles
und dachte wohl, mir gefiel es.

Sein Nordwind lag auf der Lauer,
manche Bronchien gingen in Trauer
und husteten ihm ins Gesicht;
das allerdings gefiel ihm nicht.

Ich mühte mich ab mit Husterei,
und Alveölchen gingen entzwei. -
Herr Frühling brauchte drei Wochen,
dann kam er lauwarm gekrochen.

So hat er sich endlich besonnen,
hat sich Sonne zur Brust genommen,
lässt Leben wachsen und sprießen,
und die Pollen freu‘n sich am Nießen.

Donnerstag, 17. März 2016

Osterwunsch



©Axel Rheineck
 
Fast niemand kommt daran vorbei,
zu Ostern gibt’s das Osterei!

Ob hart ob weich, bemalt und braun,
gar hübsche Eier kann man schaun’.
Und viele sind so herrlich bunt,
kunstvoll verziert, unendlich rund,
sind Sinnbild für ein gutes Leben,
nach dem wir allerorten streben.

So brütet hoffnungsfroh im Grase
an solchem Ei der Osterhase.

 Und noch im Bücken und im Drücken
wünscht er euch Ostern zu beglücken
mit seiner Ei-Allegorie, -
…und hofft für euch, ihr findet sie.
 
 

Montag, 14. März 2016

Dank an die Jahreszeit



©Axel Rheineck

Als noch die letzten Tage januarten,
da februarte es bereits
und alle Tage offenbarten
das Fortschreitende und seinen Reiz.

Wer jetzt geduldig in den Himmel horcht,
hört Tackern, sieht ein sanftes Kreisen,
weil es dort droben bereits storcht
mit Botschaften von langen Reisen.

Kaum lag der Februar in letzten Zügen,
da märzelt es in der Natur,
die freut sich nachsichtig auf all die Lügen
des Herrn April bei seiner Tour.

Der spannt den Wankelmut vor seinen Karren
und macht, weil ihm die Bosheit so gefällt,
die ganze schöne Welt zum Narren,
wenn die Schikane auch nur Tage hält.

Und dann die Aussicht auf die Maienpracht,
wenn Biotope wie auch Sinne sprießen,
wo Lüste keimen, dass es kracht,
und auch Gedankenflüsse fruchtbar fließen.

So freuen wir uns zwar schon vor,
doch lasst uns danken für das Jetzt der Zeit.
Es zu genießen, sei das Herz bereit,
und wenn es böse wettert, mit Humor.
 

Mittwoch, 17. Februar 2016

Fastenrezept



©Axel Rheineck

Ich wollt‘ es mit dem Fasten wissen,
am Riemen hab ich mich gerissen,
ich sage euch, es kam mir fast
so vor, als säße ich im Knast.

Kein Kuchen mehr, kein Fleisch der Sau,
kein Gläschen Wein und kein TV,
das Handy weg, computerfrei,
Vermeidung der Konditorei….

Jedoch die vielen Religionen
verschreiben mannigfaches Schonen.
So wollen sich die Evangelen
teilweise überhaupt nicht quälen.

Auch gibt’s das Lied vom Kabeljau.
„Den gibt’s am Freitag!“ - ruft die Frau.
„Kommt die Familie, wird es teuer,
dann brauch‘ ich zwei, drei Kabeljäuer.“

Man brütet über dem Rezept
und die Askese wird verschleppt. -
Diszipliniert sollte man sein:
Ich sage jetzt zum Rauchen: Nein!

Spiel‘ weiter ohne die Zensur
auf der Genussklaviatur
und krieg mein Fasten locker hin,
weil ich seit je „nonsmoker“ bin.