Montag, 6. November 2017

Mein Herbst


©Axel Rheineck



Blätter fallen welk zur Erde,
Sonne färbt sie gelb, rot, braun;
ob sie diesem "Stirb und Werde"
noch im Stürzen still vertrau'n?

"Heh", es ruft mich leis' der Herbst,
"auch dich werd' ich verweh'n.
Dass auch du dich welk verfärbst,
kann dir doch nicht entgeh'n."

Ich frag', wer hat am Welken schuld?
Es sind - wie du - die Zeiten,
magst bitte mich noch mit Geduld
durch manchen Herbst begleiten.

Gib noch ein wenig auf mich acht,
halt mir noch Türen offen,
in deiner großen Farbenpracht
liegt unser Dank und Hoffen.

Das Hoffen nur entgeht dem Raub
des Sterbens und der Zeit;
auf buntem Laub liegt Sternenstaub
und glückliches Geleit.


Hebstgedanken

©Axel Rheineck



Der Mensch goutiert noch warme Sonnengrüße,
doch er kann naschen wie er will,
Sommergeschmack verliert an Süße,
und aus ist's mit dem Liegestuhl-Idyll.

Hat Sturm versehentlich die Herbsttür eingetreten? -
Man fasst es nicht, dass er sie schon durchschritten hat.
Man hatte sich nasskalten Wind verbeten
und wünschte ihn fixiert auf eine Lagerstatt.

Doch Zeit und Herbst, sie sind erbarmungslos.
Sie zwingen uns Vergänglichkeiten auf.
Ist Leben arm, ist Leben groß,
all unser Sein gehört dem Schicksalslauf.

Begnadet sind nur wir, die Menschenwesen,
im Herbst des Daseins Wohlgefühl zu spüren,
im gold'nen Licht und bunten Laub beseelt zu lesen
und einen Rucksack voll mit Dank und Glück zu schnüren.

Dienstag, 12. September 2017

Alter Sommer


©Axel Rheineck



Der Sommer steht noch auf zwei schwachen Beinen,
doch sein Regime hat bereits abgedankt.
Die Schwüle ist nicht mehr mit sich im Reinen,
wenn auch das Herz noch Sonnenwärme tankt.

Noch taumelt hier und da ein Schmetterling.
Noch glänzt das Apfelrot vor dem Genuss.
Vollendet ist der Bäume Jahresring,
und dass sich's weiter lebt, beweist ein Kuss.

Das Sonnenglück, wie gern wurd' es genommen!
Es fließt nun fort in unsren Adern
und sorgt für altes Wohl und neues Kommen,
während am Morgen schon die Nebel wabern.