Montag, 26. Oktober 2015

Nebel



©Axel Rheineck

Nebel lässt die Ziele schwinden,
du berührst das Ungefähre,
graues Suchen ohne Finden,
leiser Schritt in fremde Sphäre.

Mystisch dunkel simulieren
Bäume unbekannten Raum,
Stimmen, die sich selbst verlieren
fern in einem Echotraum.

Wandelgang durch eine Lichtung;
wabernd feuchter kühler Rauch.
Ohne Spur und ohne Richtung,
Phantasie, Fiktion und Dichtung
bist du selbst ein Schicksalshauch.






Sonntag, 4. Oktober 2015

Oktoberfolgen

©Axel Rheineck


Der Bauersmann hat im Oktober
viel Köstliches in seinem Kober.
Und dass man für die Ernte dank',
verschmähe man kein Fest, kein Trank.

Oktobernächte sind schon kühl,
man wärme sich im Festgewühl.
Bei Hochgenuss von Bier und Wein
lässt mancher sich auf Wonnen ein,
und bricht dem Frohsinn eine Lanze
bei Ringelrein und Walzertanze.

Das Festzelt kocht, die Biere fließen. -
Und's dicke Ende vom Genießen?
Durch Freudentaumel, Saus und Braus
kommt manchmal neues Leben raus.

Beschwingter Oktober

©Axel Rheineck


Damit du recht den Bauern lobst,
prüf im Oktober heimlich Obst.
Und dass man auch dein Urteil glaube,
nasch' weiße wie auch rote Traube,
auf dass die Süßigkeit macht Durst
auf Labsal wie auf Wein und Wurst. -

Wer dich vermisst, der soll dich suchen
im Rädle und bei Zwiebelkuchen.
Da wird beschwingt die Herz, dein Bein
bei neuem und bei altem Wein.






Samstag, 3. Oktober 2015

Immer diese Gesundheitstipps

©Axel Rheineck

Willst du gründlich dich entschlacken,
kannst du das Problem nur packen
mit Verzicht auf Kuchenbacken
und stattdessen Kräuter hacken.

Glaub' mir, es gibt schlimm're Macken
als die Rundung deiner Backen;
herrlich kann man die verpacken,
und es reizt dann, rein zu zwacken.

Reimen tut sich auch noch "Nacken",
doch ich geh' jetzt erst mal .... aufs Klo...





Mittwoch, 30. September 2015

Lichtblick

©Axel Rheineck

Wenn dich ein Vogelpiepen stört
und fröhliches Geläut,
dann hat die Seele sich verhört, -
was nur den Stumpfsinn freut.

Die Flügel sind dir eingefroren?
Im Herzen kalter Schauer?
Dir sei der Frohsinn neu geboren,
er liegt längst auf der Lauer.

Auch ist dein Gegner nicht die Zeit,
nur redlicher Begleiter,
mit ihr kommst du unendlich weit,
sie sei dir Freund nicht Streiter.

Den Abend scheut ja einer nur,
der Angst hat, dass die Zeit verfällt,
weil er die alte Lebensuhr
sich stets vors trübe Auge hält.

Dienstag, 29. September 2015

Wechsel der Jahreszeit

©Axel Rheineck

Der Sommer hat sich eben
ein langes Nachthemd angezogen,

wird sich nach sonnig heißem Leben
in seinen Winterschlaf begeben.
Die Jahrespflicht hat er famos vollzogen.

Der alte Herbst besteht jetzt auf Belohnung
mit seinem warmen Blättergold.
Doch gnadenlos zieht Kälte in die Wohnung,
der  Winter duldet keine Schonung,  
man spürt, wie seine kühle Miene grollt.

Wie er mit Sturm an bunten Blättern reißt
und gleichsam um sie zu verspotten
sie in die trocknen Stängel beißt,
sie auf den feuchten Boden schmeißt,
damit sie dort zu Tausenden verrotten.

Die Kinder toben in dem toten Laub.
Unschuldig ahnen sie Vergänglichkeit
und dass alljährlich dieser Raub
des Winters ist wie Blütenstaub
für all die Freuden unsrer Lebenszeit.

Montag, 28. September 2015

Die Nixe vom Bodensee

©Axel Rheineck

Ein Weib freut sich am Müßiggang,
beim Sonnenbad ist sie nicht bang.
So aalt sie sich am See im Moos
voll Glücksgefühl doch hüllenlos.

Beseelt schaut sie ins klare Nass,
wo Neptun ohne Unterlass
und auch nicht ohne Lüste
die Brüste gerne küsste.
Der Gott vom Busenbild benommen
ist rheinab mit ihm fort geschwommen.

Und als im fernen Amsterdam
ins Wasser blickt ein junger Mann,
spürt er ein wohliges Erschrecken,
ein nacktes Wesen scheint zu necken:
Wenn auch fragil jedoch grazil,
Undine schwimmt im Wellenspiel.