Dienstag, 29. September 2015

Wechsel der Jahreszeit

©Axel Rheineck

Der Sommer hat sich eben
ein langes Nachthemd angezogen,

wird sich nach sonnig heißem Leben
in seinen Winterschlaf begeben.
Die Jahrespflicht hat er famos vollzogen.

Der alte Herbst besteht jetzt auf Belohnung
mit seinem warmen Blättergold.
Doch gnadenlos zieht Kälte in die Wohnung,
der  Winter duldet keine Schonung,  
man spürt, wie seine kühle Miene grollt.

Wie er mit Sturm an bunten Blättern reißt
und gleichsam um sie zu verspotten
sie in die trocknen Stängel beißt,
sie auf den feuchten Boden schmeißt,
damit sie dort zu Tausenden verrotten.

Die Kinder toben in dem toten Laub.
Unschuldig ahnen sie Vergänglichkeit
und dass alljährlich dieser Raub
des Winters ist wie Blütenstaub
für all die Freuden unsrer Lebenszeit.

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