Sonntag, 10. September 2017

Obacht Leute!



©Axel Rheineck



Leute, lasst mal von euch hören,
köchelt eine Prise Wut,
glaubt nicht all den Schwadroneuren,
es ist Zeit, beherzt zu stören
sich mit Verve zu empören,
sonst kriegt ihr eins auf den Hut;

der rutscht tief über die Ohren,
dass ihr gar nichts mehr durchschaut.
Es geht euch der Blick verloren -
auch empfindliche Sensoren -
für die käuflichen Mentoren… 
und die schießen hier ins Kraut.

Kontaminierte Zeitgenossen
mit Knowhow und Kompetenz
werkeln im Verein geschlossen -
Schwarz-, Rot-, Grün- und Gelb-Genossen -
an stabilen Leitersprossen
korrumpierten Managements.

Wenn durch Blätterwälder rauschen
Machenschaften, Sensationen,
sollte man mit denen plauschen,
die vermeiden aufzubauschen,
sollte Glaubwürdigen lauschen,
sie mit Hochachtung belohnen.

Menschen wandern immer schon
zwischen Himmel und Morast,
und wenn selbst der beste Ton
erntet heimlich Spott und Hohn,
gibt es keinen bess’ren Lohn
als frei sein von Betrug und Last.


 

Geschenk



©Axel Rheineck


Wenn ich durch die Zeiten reise,
wird mir wundersam gescheit:
In die Seele schleicht sich leise
angemess’ne Dankbarkeit

und die Mahnung zu bewahren,
was mir seit ich bin geschenkt,
was in Stunden, Tagen, Jahren
duldend meine Wege lenkt,

zu bewahren, was ich teile
mit den Wesen dieser Welt,
dass ich ohne Hast verweile
staunend unterm Himmelszelt. -

Winde, Erden und Gewässer
mahnen bang die Menschenzeit,
mahnt das Immermehr und -besser
und die Uferlosigkeit;

wenn dann Duft von tausend Blüten
Luft und Atem köstlich macht,
reift Erkenntnis zu behüten
all die grenzenlose Pracht,

dass das Menschlein still verweile
in der gottgeschenkten Welt,
sich bemühe, Schrammen heile,
die sein Dasein angestellt.
 

Glücksschwein



©Axel Rheineck


Ich orgele grad fleißig auf der Lyrikleier
und hoff‘, der Tag heut ist ein sorgenfreier.

Jedoch wie gierig ist Vergänglichkeit,
sie frisst die Stunden, Tage, Jahre,  - kurz die Zeit.
Und während ich auf meinem Zeitgleis sitze
und mir die Worte aus dem Hirne schwitze,
sind abertausend Welten um mich rum passiert,
und ich hab‘ nichts als auf Papier gestiert.

Schon bei dem Basteln von Sentenzen
verpasse ich kostbarste Zeitsequenzen.

Dabei hör‘ ich mein Herz umtriebig klopfen.
Da gönn‘ ich mir doch einen guten Tropfen,
und mir ist um die Zeit nicht schade,
ich fühl‘ mich wie im Speck die Made
und lebe dankbar in den Tag hinein, -
ich Glücks –, wie sagt man richtig? –schwein.